Anguane
Jan 3 2012

Ziehende Landschaft

Man muß weggehen können
und doch sein wie ein Baum:
als bliebe die Wurzel im Boden,
als zöge die Landschaft und wir ständen fest.

Hilde Domin


Dez 20 2011

Mit einem Zitat…

…aus dem Film “Die Päpstin” möchte ich allen meinen Lesern und Leserinnen ein angenehmes, harmonisches und genussvolles Fest sowie einen guten Rutsch in das kommende Jahr 2012 wünschen. Weiterhin danke ich für treue Begleitung und Austausch!

lrg-4502-festival-of-lights-berliner-dom


Dez 2 2011

Stück in zwölf Sätzen

Der zwölfte erklingt in sattem Moll, variiert
zwischen stummer Kapitulation und
jähem Widerstand. Bäumt sich auf
zu elegischen Akzenten. Betont leicht
bekümmert die in ihm vorhandene
stille Dramatik. Bricht in
doppeltem piano. Intoniert hernach
erholsam sanft, drängend sodann
(ja, fast wütend) in
wild-sequentierten, beinahe
atemlosen Läufen. Verliert und
findet wieder die eigene
reifere Melodie. Trifft nach schier
endloser Dauer auf ruhevoll,
anmutige Harmonien. Trägt sich
ohne ausweichendes
da capo
al fine


Nov 13 2011

Thomas Mann

Was er aber sah, war dies: Komik und Elend - Komik und Elend.

Tonio Kröger


Nov 3 2011

Viel Zeit

Fast aus dem Nichts
leuchten sie so laut
sie können so sanft
sie können so strahlend
sie können.

Viel Zeit verbringen sie
mit stummen Schreien,
die zeugen von
ihrer Angst von
ihrer Sehnsucht nach
Leben nach
Licht nach
Mehr dem Himmel
entgegen.

Und fallen doch.


Okt 11 2011

Freiwillige…

… Abhängigkeit ist der schönste Zustand, und wie wäre der möglich ohne Liebe.
Goethe


Aug 26 2011

Offene Frage

Muss sich vor Jahren
eingeschlichen haben nachts
in deinen Schlaf.

Muss sich dort festgesetzt haben
im verworrenen Gebilde
des Gehirns,
um sich dauerhaft einzurichten.

Muss sich manchem traurigen
Widerspiel ausgesetzt haben,
um seine Wahrheit
zu bezeugen.

War schließlich und fast
unerwartet der
Gewinner im Ring.

Wird er halten, was er versprach?


Jul 31 2011

Wir wissen nicht,…

…was wir verbringen: siehe,
Benanntes ist vorbei und jedes Sein
erfindet sich im letzten Augenblick
und will nichts hören / Wink von Zeichen, kaum
ein Blatt verkehrts: wir aber sind schon anders,
verleugnen, lächeln, kennen schon nicht mehr,
was gestern Glück war. Und die Göttin selbst
schwankt über uns.

Rainer Maria Rilke


Jul 13 2011

Grünes Meer

Vertraut diese vielen Stöcke hier: knorrig, rauh,
von so großer Vielfalt. Keltern und Schmalspurtraktoren.

Ihr neunjähriges Wissen ist begrenzt. Ein
Staunen war da, große Augen, offene Münder - Fragen.

Feld um Feld, grünes Meer - uferlos
brandende Wogen. Heimat und Fremde.


Jun 7 2011

Fragen und Antworten

Wenn man die Fragen lebt,

lebt man vielleicht allmählich,

ohne es zu merken,

eines fremden Tages

in die Antworten hinein.

Rilke